Boxhagener Mix

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Projekte - Boxhagener Straße
Boxhagener Mix

Im Herzen von Friedrichshain entstehen zwischen Boxhagener Straße und Weserstraße neue Eigentums- und Mietwohnungen um die historische Schreibfederfabrik herum.

Die Boxhagener Straße ist eine bekannte Größe im Stadtteil Friedrichshain mit historischen Wurzeln. In früheren Zeiten nicht mehr als ein Landweg, der über das Vorwerk Boxhagen von Köpenick nach Berlin führte, ist sie seit 1874 bereits als Straße im Stadtplan Berlins namentlich eingezeichnet. Um diese Zeit herum entstand an dieser Stelle eine dichte Blockrandbebauung aus Wohnhäusern und Produktionsstätten, die mit einer für den Stadtteil fortan typischen Mischung aus Gewerbe und Wohnen den Stadtgrundriss prägte. Seit Ende des vergangenen Jahrhunderts lieferte vor allem die Verlagerung von Produktionsstätten in weniger

urbane Lagen Freiraum für Nachverdichtungen. So wie z. B. zuletzt 2011 der Umzug der Produktionsstätten der Freudenberg Dichtungs- und Schwingungstechnik GmbH nach Adlershof. Derzeit entsteht auf dem frei gewordenen Areal zwischen Boxhagener, Holtei- und Weserstraße eine Wohnanlage mit über 600 Wohnungen sowie Einzelhandelsnutzungen. Vom früheren historischen Bestand konnte jedoch nichts erhalten werden.
Anders sieht es bei der sogenannten Schreibfederpassage aus – ein schmales Grundstück zwischen Boxhagener Straße und Weserstraße, das südöstlich an das Freudenberg-Areal anschließt.

Die alte Schreibfederfabrik, in der heute eine vielfältige Mischung an Gewerbetreibenden ihr berufliches Zuhause gefunden hat, bleibt im Zentrum des Grundstücks bestehen. Sie wird teilweise aufgestockt und um einen Büroneubau ergänzt. Zur Weserstraße hin wird auf bisherigen Parkplatzflächen ein Wohngebäude mit etwa 100 Eigentumswohnungen entstehen. An der Boxhagener Straße erweitert ein Neubau mit ca. 115 Mietwohnungen das Wohnungsangebot im Stadtteil. So findet der an dieser Stelle ortstypische Mix aus Gewerbe und Wohnen auf zeitgemäße Art und Weise eine Übersetzung in die Zukunft.

Ruhiger Innenhof im Zentrum der Anlage nach Sanierung in den 90er- Jahren

Ein Blick hinter die Backsteinmauern

21 Mieterinnen und Mieter haben heute ihre Arbeitsräume in der alten Schreibfederfabrik. Drei von ihnen haben wir besucht.

Familiäre Leidenschaft für Papierprodukte

Winnie Semmer wusste schon mit elf Jahren, was sie werden wollte: Schriftsetzerin. Und die Druckerei vom Vater übernehmen. Heute leitet sie in zweiter Generation die Druckerei Lippert, die ihr Vater 1975, damals noch an der Warschauer Straße, übernommen hatte. Man könnte Winnie Semmer als Expertin für Wenden bezeichnen. Noch ganz jung an Jahren erlebte sie die politische Wende, und nachdem die daraus resultierenden Herausforderungen für das Unternehmen bewältigt waren, klopfte bereits die digitale Revolution an die Türen der Druckereien im vereinten Deutschland. Doch mit hoher Kundenorientierung, einem „tollen Team“ und der Leidenschaft für Papierprodukte meisterte und meistert das Unternehmen erfolgreich die Wechselfälle des Lebens.  Dem Standort Friedrichshain war die Familie immer treu, wegen der zentralen Lage und aus Verbundenheit. „Ich finde es schön, dass hier die Häuser saniert werden und der Bahnhof Ostkreuz ausgebaut wird. Ich hoffe auch, dass der Autobahnanschluss kommt. Die Stadt braucht Logistik. Ich glaube, dass dieses Gemischte, das hier im Stadtteil noch existiert, gut und wichtig für die Gesellschaft ist.“

Winnie Semmer, Industriemeisterin für Digital- und Printmedien und Olympia- Siegerin

Nelli Nolde- die Mutter zweier Kinder ist dank Yoga nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen

Training unter heißen Bedingungen

Bikram-Yoga, das ist Yoga in etwa 38 Grad warmen Räumen und das Spezialgebiet von Nelli Nolde. In diesem Jahr feiert die Yogalehrerin das fünfjährige Bestehen ihres eigenen Studios, das sie 2012 hier eröffnet hat. Nach einer ersten Suche nach Räumen in Prenzlauer Berg und einer Fast-Anmietung dort zog es sie doch eher in das ihr vertraute Gebiet um das Ostkreuz. Die Schreibfederfabrik kannte sie bereits. Als sie dann die Anzeige sah, wusste sie gleich: Das ist es. „Es sah hier noch alles ganz anders aus, die Fläche war in kleinere Büroräume aufgeteilt, aber ich habe hier sofort meinen Yogaraum gesehen.“ Nach einigen Umbauten konnte es losgehen. Der Start mit eigenem Studio war jedoch nicht ganz einfach. Das Angebot fand zwar allgemein Anklang, aber oft fehlte bei den Interessierten das Geld. „Heute“, sagt sie, „geben die Menschen hier mehr Geld für diese Dinge aus, wohnt hier ein kaufkräftigeres Publikum. Die ganzen Neubauten im Stadtteil, man mag sie mögen oder nicht, für das Gewerbe bringen sie zahlungskräftige Kunden.“

Pralle Sonne- Grafikdesign mit Erinnerungswert

Sie haben sich im Stadtteil kennengelernt und sich nach den ersten gemeinsamen Projekten auch beruflich zusammengetan. Tino Blawat und Matthias Kurtzner sind „Pralle Sonne“ – ein Name, der hängenbleibt. Ende 1999 gründeten sie die Fullservice-Designagentur, deren Angebot sich von Corporate Identities über Ausstellungs- bis zum Webdesign erstreckt. Seit 2012 sitzen sie in der Schreibfederfabrik. Die Veränderungen in ihrem Kiez, in dem beide auch wohnen, betrachten sie mit Skepsis. Sie kennen noch die Zeit, als vieles leer stand, wechselnde Zwischennutzungen von Immobilien erwünscht und an der Tagesordnung waren und der Kiez noch seine ganz eigene Identität hatte. „Das Ostkreuz hat sich nach 2000 sehr verändert“, sagt Tino Blawat, „heute gibt es hier eine große Masse an Angeboten, aber leider hat die Qualität abgenommen.“ Und Matthias Kurtzner ergänzt: „Da sind eine Menge an Bars dabei, in die ich nicht gehen würde.“ Beide fühlen sich ihrem Kiez jedoch sehr verbunden und schätzen die Möglichkeit einer Kaffeepause direkt vor der Haustür.

Tino Blawat und Matthias Kurtzner sind langjährige Kenner der Kiezszene

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