Insel zwischen Gewerbe und Kleingärten

Insel zwischen Gewerbe und Kleingärten 1024 683 HAMBURG TEAM
Urbanes Leben - Stadtentwicklung

Insel zwischen Gewerbe und Kleingärten

Das OSTERBROOKVIERTEL im südlichen Hamm gehört nicht zu den bekannten Größen Hamburgs. Doch der Blick nach Osten lohnt sich, denn hier ist in den vergangenen Jahren viel passiert. Eindrücke eines Stadtteilspaziergangs.

Wie eine Fata Morgana ragt das im Kontorhausstil gebaute Störtebekerhaus an der Ecke Süderstraße/Borstelmannsweg aus dem nüchtern-grauen Umfeld der Gewerbebauten heraus. Münzhändler Achim Becker hat sich hier ein kleines Imperium geschaffen und sich dabei deutlich als Störtebekerfan geoutet,

wovon auch die hohe Säule auf der Verkehrsinsel zeugt, die ein Modell der Kogge Störtebekers ziert. Zur Süderstraße hin öffnet sich jeden Vormittag am Uhrenturm ein Rollo und gibt die Bühne frei für ein Figurenspiel, das die Enthauptung Störtebekers und seiner Mannen darbietet – eine Kuriosität am Rande des Osterbrookviertels.

Lässt man Störtebeker zur Rechten und die Kaffeerösterei von Tchibo zur Linken hinter sich, erreicht man das Osterbrookviertel. Es umspannt die ruhigen Wohngebiete zwischen Wendenstraße und Hammer Deich, erfährt seine Begrenzung im Westen durch die anschließenden Gewerbegebiete ab Borstelmannsweg und zu den anderen Seiten durch die Bille, den Rückers- und den Mittelkanal.
Nach den Verwüstungen des Feuersturms von 1943 entstand in Hamm-Süd nur hier in den Nachkriegsjahren wieder ein Wohngebiet, während sich im übrigen Teil des Stadtviertels Gewerbe ansiedelte. Eine führende Rolle dabei übernahmen die Genossenschaften insbesondere die BGFG, die allein fast 800 Wohnungen im Viertel unterhält, darunter auch die in den neunziger Jahren errichteten Hallenhäuser direkt an der Bille. Sie haben einen schönen Blick auf das Wasser und die gegenüberliegende Billerhuder Insel, auf der sich dicht an dicht Kleingärten drängen.Neben den Hallenhäusern befindet sich ein kleiner Park und der ehemalige Löschplatz, an dem früher Waren an Land gebracht wurden, die auf dem Schiffsweg hier ankamen. Von hier aus und von der offenen Hofanlage der benachbarten Spedition hat man einen freien Blick aufs Wasser, auf kleine Marinas und Bootsstege. Am Ufer werfen Angler ihre Ruten aus, Ruderboote vom gegenüberliegenden Biller Ruderclub ziehen vorbei, und man fragt sich, ob man tatsächlich bloß etwa drei Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt ist. Der Wasserbezug und die Nähe zum Zentrum sind hier handfeste Standortvorteile. Nur in Sachen Nahversorgung könnte es für die Bewohner etwas besser aussehen. Das Mini-Nahversorgungszentrum in der Süderstraße bietet lediglich einen Einkaufsmarkt, einen Kiosk mit Backshop und einen Friseursalon.

„Wir wollten das Osterbrookviertel aus dem Dornröschenschlaf holen.“

Geht man an den Hallenhäusern vorbei die Steinbeker Straße hinauf, dann kommt man zum neuen Quartierszentrum, dem Osterbrookplatz, der 2012 feierlich eingeweiht wurde. Hier befindet sich auch das Nachbarschaftszentrum »Elbschloss an der Bille«, das viele Veranstaltungen anbietet und vor allem einen Begegnungsraum für die Nachbarschaft darstellt. Möglich wurde dies durch den Auszug der BGFG, die sich 2008 mit ihrer Geschäftsstelle an der Willy-Brandt Straße ansiedelte.
Zusammen mit dem 2009 gegründeten Quartiersbeirat sorgt das Nachbarschaftszentrum für eine verbesserte soziale Infrastruktur und gut nachbarschaftliche Beziehungen und unterstützt damit die Weiterentwicklung des Stadtteils. Der Arbeit des Quartiersbeirates ist es auch zu verdanken, dass die Busse der einzigen Buslinie 112 nun öfter fahren. Auch heißt die Endhaltestelle heute nicht mehr Braune Brücke, sondern Osterbrookplatz. Die kleine Straße Osterbrook ist auf diese Weise mit der Zeit Namensstifter für dieses Wohnviertel geworden, das mit der Zeit eine ganz eigene Identität erlangt hat. Es tut sich also etwas im nahen Hamburger Osten, und es soll sich noch mehr tun. So sehen es die Pläne der Stadt Hamburg vor, die die urbanen Räume stromaufwärts im Osten Hamburgs wieder näher an die Stadt rücken wollen. Im Rahmen des Bündnisses für die Quartiere wurden Rothenburgsort und Hamm-Süd zu Pilotprojekten erklärt. Neuer Wohnungsbau soll hier u. a. geschaffen werden, so wie die Hansaterrassen, die gerade am äußersten Nord- osten des Osterbrookviertels direkt am Wasser entstanden sind. Mit ihren weißen Fassaden und goldenen Geländern setzen sie neue Akzente im backsteingeprägten Stadtteil.

Was hat Sie hierher gebracht?

Als ich nach Hamburg zurückkam, habe ich zentrumsnah nach einer Wohnung gesucht. Da tauchte auch das Angebot der BGFG auf – Süderstraße.
Die kannte ich von früher und wollte dort eigentlich nicht hin. Aber hier hatte sich viel verändert. Und als ich die Wohnung mit Blick auf die Bille gesehen habe, da wusste ich, das ist meine Wohnung. Die Süderstraße assoziiert man ja mit Gewerbe und Rotlicht. Aber inn meinem Alltag komme ich mit diesen Themen gar nicht in Berührung.

Hansaterrassen

Miiten im Osterbrookviertel liegen die Hansaterrassen. Der Wohnungsbau an der Wendenstraße ist von Hamburg Team entwickelt worden.

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