• 3. Juni 2016

Komplexe Herausforderung

Komplexe Herausforderung

Komplexe Herausforderung 1024 683 Hamburg Team
Drei Fragen an

Komplexe Herausforderung

Frank Lauhoff ist verantwortlicher Architekt für das Bauvorhaben NESt gewesen. In unseren DREI FRAGEN AN erklärt er die komplexe Herausforderung des Wohnungsbaus an der Ecke Kieler Straße/Sportplatzring.

1

Wohnungsbau trotz hoher Lärmbelastung – wie geht das?

Zunächst einmal wurde im Erdgeschoss des Gebäudes eine gewerbliche Nutzung integriert. Durch dieses überhohe Geschoss sowie die massiven Brüstungen an der Straßenseite liegen die Fenster des ersten Wohngeschosses bereits fünf Meter über dem Straßenniveau. Ferner wurden die Schlafräume zum ruhigen Innenhof ausgerichtet. Die Fassade erhielt einen zweischaligen Aufbau, und es wurden Schallschutzfenster eingesetzt. Die verglasten Loggien stellen einen weiteren Baustein im Schallschutzkonzept dar. Sie schaff en zum einen Aufenthaltsqualität für die Bewohner und ermöglichen es zum anderen, dahinter liegende Bauteile einfacher auszuführen.

2

Welche Konsequenzen hatte dieser starke Fokus auf den Schallschutz für Planung und Bau des Gebäudes?

Der Schallschutz war an diesem Standort sicherlich eine Herausforderung. Komplex wurde die Aufgabe aber dadurch, dass es einen ganzen Katalog weiterer Anforderungen an das Gebäude gab, die es zu integrieren galt.
Beispielhaft seien hier nur die hohen energetischen Anforderungen (WK-Effi zienzhaus 40) und die Barrierefreiheit genannt. Mit jedem dieser Faktoren potenzierte sich der Komplexitätsgrad und führte in der Planung zu Zielkonflikten, die häufi g nur durch einen erhöhten Aufwand zu lösen waren. Diesen Mehraufwand mit dem eng gesteckten Budget des geförderten Wohnungsbaus in Einklang zu bringen war eine weitere Herausforderung.

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Welche Erfahrungen haben Sie als Architekt aus diesem Projekt gezogen?

Die klare Vorgabe des Bauherrn, hier einen zukunftsweisenden, kostengünstigen und doch soliden Wohnungsbau entstehen zu lassen, der dem Lärm trotzt, hat das gesamte Projekt getragen und dabei geholfen, die vielen Hindernisse im Planungsprozess und im Genehmigungsverfahren zu überwinden. Ich persönlich konnte ein weiteres Mal sehen, wie sich die Rolle des Architekten immer mehr vom Gestalter und Planer in Richtung Moderator verschiebt. In das Projekt waren insgesamt zwölf Fachplaner eingebunden. Das verdeutlicht die Komplexität solcher Aufgaben, die heute nur von interdisziplinären Teams und nicht mehr aus einer Hand gelöst werden können. Das Resultat kann sich dafür sehen lassen: ein für den Standort optimiertes Gebäude, in dem 55 Parteien ein neues Zuhause gefunden haben.

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